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Machs Gut - Gedanken an Bubi

Machs gut, alter freund - noch ein paar gedanken an bubi

ich kann dich nicht einfach so gehen lassen Bubi

von Walter Holtfoth, Fotos privat (2) Cleopha (1) 

 

Es ist jetzt schon wieder über eine Woch her, seit Du nicht mehr am Start bist. 

Richtig froh bin ich darüber, dass wir uns noch zwei mal im Hospiz getroffen haben und voneinander verabschieden konnten. 

Der Nachruf aus der Badischen Zeitung ging wie ein Lauffeuer durch die Decke. Man konnte sehen, wie beliebt Du warst und immer noch bist. Ich wünsche Dir Frieden, grüß mir alle, die Du auf Deiner Reise triffst. 

 

Ich erinnere mich mehr als gut, an den Tag unserer ersten Begegnung, weißt Du noch ? Es war ein Lagerfeuer irgendwo im Westen. Du, der Dragons Boss und Deine Leute und ich mit zwei, drei weiteren grünen Spinnern, die unbedingt das Eis brechen wollten und zum Zuhören kamen. Es war Dein Geschick und Dein Einsatz, als die Töne aufkamen "ich hau Dir gleich aufs Maul.." Du hast glänzend reagiert und deeskaliert. 

 

Aus diesen Momenten ist unsere Freundschaft entstanden und gewachsen. Und weiß Gott, was haben wir alles erleben dürfen miteinander. Du warst aus meinem näheren Umfeld nie wirklich wegzudenken. Chef im ersten Cleopha Sicherheitsteam, das Apostelsee Open Air, viele Gigs, wann immer ich dich gefragt habe, ob Du mir wohl helfen kannst, es gab nie ein Nein, Du hattest stets eine Idee und den richtigen Gedanken. 

 

Aus den Augen verloren haben wir uns nie. Zuletzt intensiv in Friesenheim, ich war mit Noodles unterwegs, Du der Vater, der geduldig mit dem Papa Taxi auf den Sohnemann gewartet hast. Es war fast ein täglicher Austausch über das Leben und seine Ups and Downs. Wie immer hatten wir vieles an Gemeinsamkeiten, über die wir uns berichten konnten. Du, wieder Leute, der Club, die United Veterans, ich meine Gesundheit und die vielen Veranstaltungen die mal so und mal so liefen. 

 

Dein Humor ist da auch noch, bis zuletzt in deinem Bett in Offenburg. Die Freude über das Wiedersehen war bei meinen beiden Besuchen beiderseits mehr als groß, ich bin glücklich über den letzten Händedruck. Dich so leiden zu sehen, hat mir weh getan aber ich habe es Dir nicht gezeigt, genau so, wie Du mich nicht spüren lassen wolltest, sie sehr Dich Deine Krankheit zerfraß, 

 

Wir beide, Bubi, beides halt harte Hunde ( wer´s glaubt wird seelig ) 

 

Und jetzt, hast Du noch dafür gesorgt, dass ich mir einen großen Wunsch erfüllen kann und im Hospiz und Seniorenheim ein sehr spezielles Sommerfest feiern darf. Unser beider Welten sind verrückt - Du wirst in meinen Gedanken, in meinem Herzen bleiben. 

 

Hier nochmal mein Nachruf aus der Badischen Zeitung mit Dank an Christian, dass ich ihn schreiben durfte.

 

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Ungekürztes Originalmanuskript

 

Michael Amann, der den meisten sicherlich als „Bubi“ in Erinnerung bleiben wird, hat am vergangenen Freitag im Offenburger Hospiz „Maria Frieden“ im Alter von 67 Jahren seinen Kampf gegen den Krebs verloren.

 

„Bubi“ Amann war eine Persönlichkeit, die tiefe Spuren in der Geschichte seiner Heimatstadt Lahr hinterlassen hat. Geboren wurde er 1958 auf dem Langenhardt. Den Beinamen „Bubi“ hat er von französischen Soldaten, weil sie Bübchen, wie ihn sein Großvater nannte, nie aussprechen konnten.  

 

Weil das Militär den Hof und das Gelände der Eltern in Anspruch nahm, wurde die Familie 1960 von der Stadt zwangsumgesiedelt und in den damaligen Barracken in der Flugplatzstraße untergebracht. Dieser Platz und sein soziales Umfeld wurden wegweisend für den jungen Bubi.

 

Zusammenhalt und Loyalität untereinander gaben einzig Geborgenheit.

 

Aus den Freunden der frühen 80er Jahren wurden die „Dragons,“ jene bald bekannte und berüchtigte Jugendbande, die allerdings viel mehr war als die damals beschriebene Gang. Sie war Ausdruck der Identität der Jugend und gewiss auch eine Jugendrebellion in einer Zeit in welcher der Takt der Stadt überwiegend von den Kanadiern bestimmt waren.

 

Mittendrin, seit der ersten Stunde, war es der „Bubi“ der voran ging. Immer ein offenes Ohr für „seine“ Leute und durchaus der harte Boss, den die Dragons damals brauchten. Allerdings täuschte dieses Image, lernte man den Bubi näher kennen. Da war die raue Schale aber viel mehr der weiche, herzensgute Kern.

 

Im Laufe seines Lebens machte Bubi Amann viele Wandlungen durch, beruflich wie privat folgte er seinem eigenen Weg und schuf sich nach vielen Anläufen ein seriöses Fundament. Er wurde eine anerkannte Sicherheitskraft, gründete mit seiner großen Liebe Silvana eine Familie und wurde stolzer, fürsorglicher Vater seiner Söhne Steven und Leroy.

 

Bubi Amann entwickelte Sicherheitskonzepte als es diesen Begriff noch gar nicht gab. Nutznießer damals als Beispiel auch das Seenachtsfest in Schuttern. Die Familie Kohler schuf für ihn eine Arbeitsstelle und bald war er das Gesicht im Eingang der Arena in Lahr.

 

Große Kraft legte er auf sein Lebenswerk und Vermächtnis, die United Veterans. Er verstand es, die Energie und die Werte von damals, Ehre, Treue und Kameradschaft, in etwas Bleibendes zu verwandeln.

 

Als Gründer der United Veterans Lahr schlug er die Brücke zwischen der Biker-Kultur und dem tiefen Respekt vor der militärischen Tradition unserer Stadt. Unter seiner Führung wurden die Veterans zu weit mehr als einem Club. Sie wurden zu einer Gemeinschaft die Brücken baute und Verantwortung übernahm. 

 

Wurde um Hilfe gebeten, gab es nie ein Nein. Bubis Initiativen reichten zuletzt von Einsätzen für das Lahrer Tierheim, bis hin zu wertschätzenden Geschenken ehrenamtlich tätiger Mitmenschen in den Hilfsdiensten, im Krankenhaus unserer Stadt bis hin zu Polizei und Feuerwehr.

 

Trauerbekundungen aus aller Welt in den sozialen Medien bezeugen, wie  beliebt der „Bubi“  war. Sein Humor, sein stets offenes Ohr und sein guter Rat wird fehlen. Bubi Amann findet seine letzte Ruhestätte am 28. Februar um 14 Uhr im Täuferwald in Ichenheim.