....am anfang war musik....

Cleopha - die Geschichte hinter mehr als 30 Jahren Herzblut 

 

Die beste Rockmusik der letzten vier Jahrzehnte steht im Mittelpunkt.

 

"Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Generationen die mit der großartigen Musik der 60er 70er 80er und 90er Jahre groß geworden sind, heute nur noch auf Schlager und Foxtrott stehen", so Cleopha-Frontmann und Rock-DJ Walter Holtfoth.

 

Das Cleopha Publikum selbst ist inzwischen längst jenseits der 40 angekommen, so dass der Gedanke in diesem Segment einen Glanzpunkt zu setzen, eine konsequente Weiterführung des 1987 entstandenen Projektes ist.

 

 

„Wir werden Abstand nehmen von der technischen Materialschlacht der letzten Jahre und zurück zu den Wurzeln gehen: "Die Musik und die damit verbundenen Emotionen werden wieder im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen. "

 

"Ich bin nur ein DJ - Cleopha, dass sind wir Alle!" 

 

Die Geschichte ( für alle die sie noch nicht kennen ) 

 

 

 

CLEOPHA87 - Die Geschichte!

Niemand sollte fragen was zuerst da war, das Ei, oder das Flattervieh.

Auf alle Fälle begann alles in den frühen 70er Jahren.

 

Mit zarten 14 Jahren betrat Walter Holtfoth mit seiner ersten Band - in der Schule- , inspiriert von all den Großen jener Zeit die Musikbranche. Weit weg vom deutschen Schlager orientierte er sich immer gerne an der Folk und Rockszene jener Zeit. Dylan, Joan Baez, Cat Stevens waren neben den Lp's von Hendrix, Tull und Pink Floyd die ersten Sammlerstücke die seinen Plattenteller regelmäßig bewohnen durften. Die Beatles lagen ihm eh schon immer näher als die Stones. Er zählte sich immer gerne zur Weichspüler-Fraktion, wenn man das überhaupt so darstellen kann.

 

Als Jugendlicher entfloh er, wie seine Freunde damals, gerne der "heilen" Welt des Elternhauses. Waren es zunächst noch die eigenen Räumlichkeiten und die ersten Plattenspieler jener Zeit (Dual), so war es schon bald mit 15 Jahren der "Schuppen" in Rust, der schnell seine zweite Heimat werden sollte. Nichts bot sich besser an als diese herrliche Diskothek. Damals hatte man wohl den halben Baumbestand des Taubergießens verbaut. holzig, urig, einfach, gemütlich. Kein Vergleich zu den heutigen kommerziellen Zahnspangen-Tanztempeln mit getränkemäßiger Abzockgarantie und klamottentechnischem Stylezwang. Nein, sondern schlicht, einfach und dem totalem Spirit jener Zeit. Heute würde man sagen, es war einfach alles nur geil.

 

Passa il Tempo - Die Zeit vergeht ( Pippo Pollina )

 

Das Gemeinschaftserlebnis war Pflicht, das WIR-Gefühl wohl die Infizierung mit dem Virus den wir heute den Cleopha-Virus nennen. Es waren auch Walter's Anfänge, selbst Schallplatten in die Hand zu nehmen und immer wieder kleine Feten und Partys zu machen. Irgendwann ergab es sich, dass ein damaliger DJ eine Runde mit einer Tänzerin außerhalb des Schuppens tanzen wollte. Es war der Beginn der freien Liebe, die Walter zu seinem ersten Job in einer Diskothek verholfen hatte.

 

"Ich will mal mit ihr tanzen, könntest Du so lange Musik machen?". Nicht dass sie so lange "nur" getanzt hätten, nein aber aus dieser halben Stunde ist ein ganzes Leben für den Rock n' Roll geworden.

 

Nach langer Bandarbeit musste der "Mann mit Hut" feststellen, dass ihm das Auflegen immer die gleiche Befriedigung verschaffte, wie das selbst singen. Richtig los ging es im "Drivolli" in Herbolzheim. Er sagt noch heute mit erfrischender Selbstironie dazu :"...ich war jung und brauchte das Geld".

Auf eine Zeitungsanzeige hin bewarb er sich unkonventionell und schlug mit einer Holzkiste Schallplatten aus der siebziger Rockzeit auf, nichtwissend, das Disco etwas völlig anderes ist. "Was willst du denn mit dem alten Krampf", Walter erinnert sich noch heute lächelnd an diese Worte. Dennoch bekam er die Chance. Roland Müller war sein erster wirkliche Mentor. Legte er ihm einfach Single für Single der Chartbreaker jener Zeit auf einen Stapel und meinte "so wie sie da liegen, so spielst du sie ab. Und dann einfach plappern und die Leute unterhalten." Plappern ups.. wenn er das wollte bitteschön. Sie brauchten damals einen Mann für die Hitparade Dienstags. Wenn Walter heute keine Angst mehr hat ein Mikro in die Hand zu nehmen, dann denkt er dankbar an die Brüder Müller und ihrem grenzenlosen Vertrauen dass sie in sein Talent steckten.

 

Nach ein paar Hitparaden lies man ihn dann auch, inzwischen vertraut mit den Hits jener Zeit (wie CC Catch und was sonst noch alles in war, am Mittwoch dran, später Donnerstags, Freitags. Zur Krönung dann an den Haupttag, dem Headliner der Woche, dem Samstag. Sehr gerne erinnert er sich auch an die Kinderfeten Sonntag-Nachmitags zurück. Die damaligen Hörer dürften heute Ende Dreißig sein.

 

Es kam die Zeit dass, die Diskothek (Drivolli) an einen echten Macher jener Zeit verkauft wurde. Bodenseeschwabe, Gastronom, Visionär, Lebemann, ein großartiger Kerl. Walter durfte bleiben für ihn das Wichtigste, um der Passion weiter nachgehen zu können. Karl Heinz Paschold und Walter sie hatten viel gemeinsam. Dem Kind sollte ein neuer Name gegeben werden, und Walter als alter Rocker wollte und konnte einfach nicht von der Überzeugung seiner Musik lassen. Das Atlantis in Basel war für ihn die Rock-Kneipe schlechthin. Es brauchte eine Weile bis er sich Durchsetzen konnte. Was aus dieser Namensgebung wurde, kann immer noch jeder nachempfinden wenn er heute nach Herbolzheim ins "At" zum Toben geht.

 

"Es war eine tolle Zeit, und ich wünschte mir manchmal einen Typen, der mal eben schnell ne halbe Stunde für mich übernehmen könnte. War nie einer da und dennoch kam ich auf meine Kosten, in jeder Hinsicht".

 

Schlimm wurde es Ende der Achtziger. Walter hatte absolut keine Lust mehr, Modern Talking und alle musikalischen Brechreize jener Zeit aufzulegen, nur weil es aktuelle Chart-Hits waren. Der Gedanke etwas eigenes zu machen war da, und es galt dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Er wollte auf Teufel komm raus die alte Zeit wieder haben, bevor sie in Vergessenheit geriet. Da war mal Musik wollte er sagen und er wollte auf einfache Art beweisen dass Deep Purple, oder Led Zeppelin absolut beständiger waren als alle Sternchen, One-Hit-Wonder und Eintagsfliegen jener Zeit.

 

Nun der Schuppen (tatsächlich "Löwen" in Rust) in dem Walter Musik machte fiel irgendwann dem Discoboom der späten 70er Jahre zum Opfer. Aufgrund seiner schicksalhaften Lage in der Kleofa-Straße hatte der Schuppen schon in den Siebzigern den Namen Kleofa weg. Walter - als kreativer Kopf bekannt - nichts lag näher als diesen Bezug zwischen der Straße und der "Sache" herzustellen. Nur, der Name "KLEOFA" sah auf jedem Plakatentwurf oder Flyer einfach nur fürchterlich wenn nicht sogar zum k..... aus! Walter besann sich, gedachte einfach der alten Griechen, und gab dem Ganzen einen flockig-lockeren Mittelmeertouch. Damit war CLEOPHA geboren. Die Zahl 87 kam hinzu, und schon war jede Verwechslung im Keim erstickt.

 

CLEOPHA87 Ein Name, ein Mann und ein unverwechselbares Programm.

 

 

 

Begegnungen - walter und City - einem Deutschen Märchen gleich...

CLEOPHA87 - Begegnungen  Walter & City

von Walter Holtfoth in Erinnerung an verrückte Jahre

 

Für Fritze, Toni, Klaus, Manne und Joro

 

"Ans Fenster klopfen... mehr als 30 Jahre Verbundenheit"

 

 Am Anfang war ein Lied. Meine Geschichte könnte nicht nur beginnen wie ein Märchen, es kommt einem gleich.

 

Es waren meine ersten Gehversuche als DJ in den 70 er Jahren. Damals war es auch im Westen nichts neues dass man von der eigenen Musik nicht leben konnte.

 

In jenen Tagen hörte ich ihn zum ersten mal, diesen Ohrwurm der so anders klang als alles andere, was ich auflegen konnte. Tanzflächenfüller und emotionaler Eisbrecher sind sicherlich zwei Schlagworte, die den Bezug zu diesem Meisterwerk treffend beschreiben. Den Song nahm ich kurz nach seiner Veröffentlichung in mein Herz und in mein festes Programm.

Kein Abend seither, an dem er nicht lief und bis zum heutigen Tage.

 

"Am Fenster" - ein Song, eine Geschichte, ein Wegbegleiter, ein Freund, eine Freundschaft 

 

Zwischen damals und heute ist viel passiert.Nicht nur im allgemeinen Weltgeschehen auch in meinem Leben. Ich wusste nicht wie nah mich die zarte Berührung mit diesem Stück Vinyl an das Zeitgeschehen bringen sollte. Als ich Mitte der 80er der Diskothekenwelt den Rücken kehrte (Modern Talking und andere Ergüsse machten mir den Entschluss leicht. um ein eigenes Projekt mit dem Namen Cleopha 87 zu starten, war die Sehnsucht da dieses Lied live erleben zu wollen.

 

Ich begann zu recherchieren, gibt es die Band eigentlich noch oder war sie längst aufgelöst und nur dieses eine Lied übrig? Wer waren die Menschen hinter diesen Zeilen und Noten? Bedenkt bitte, es gab kein Google, kein Internet und Handys waren tonnenschwer. Schon damals musste ich erkennen, dass die Musik- und Schallplattenindustrie nicht gerade hilfsbereit war wenn es um das Thema City ging. Man hatte ja das Fenster es verkaufte sich ohne Aufwand gut, was sollte auch mehr gemacht werden. Nach unzähligen Telefonaten endlich die Auskunft, die Band gibt es noch, interessiert hier aber niemanden. Richtig ich vergaß, da war ja Modern Talking etca. Mich interessierte es aber sehr und ich ließ nicht locker bis ich eine Telefonnummer aus der damaligen DDR bekam. Es war mir schlicht und ergreifend Wurst, wie viele Geheimdienste damals das erste Gespräch mithörten, ich wollte die Band, wollte ein Konzert, wollte meinem Publikum dieses Erlebnis schenken. Dankbar bin ich dem Menschen, der sich wohl genauso gefreut hat wie ich am anderen Ende der Leitung. Kurt war sein Name. "Mensch jut, da lässt sich doch was machen, aber klar" Mit diesem Satz begann eine einzigartige Geschichte bis zum heutigen Tage.

 

Und sie hörten alle mit Stasi - BND - CIA 

 

Die Einladung der Künstleragentur der DDR ließ nicht lange auf sich warten. Ich bekam ein Visum, nahezu Unbürokratisch, war Staatsgast des Ministeriums für Kultur und bekam einen dicken fetten Stempel in meinen Reisepass. Ich war so naiv und brachte zu meinem erst Besuch fünf Schallplatten meines Erstlings "Gedanken eines Clowns" mit, was die Herren an der Grenze sehr interessierte. Musik, Inhalt, Text. Warum und so weiter. Einer der Beamten, oder Bürger wie man sich Ansprach, blickte auf den Stempel in meinem Ausweis, das Visum und die Unterschrift des Ministers und salutierte plötzlich, was meine friedensbewegte Seele jener Tage natürlich zu tiefst beeindruckte. Ich schenkte ihm eine Scheibe, ob er sie wohl noch hat?

 

Im Palast der Republik traf ich dann die Herren Puppel und Krahl (noch mit leichtem Haarkranz), offiziell im Cafe oder war es die Bar in der so viel Geschichte geschrieben wurde? Wir vereinbarten einen Konzerttermin für unser legendäres 1. Open Air 1988 in der Badischen Weltstadt Ettenheim am Apostelsee. Handschlag und es hat gefunkt. Über die damalige Gage wollen wir heute nicht sprechen. Damals wusste noch niemand was da in den kommenden Monaten und Jahren passieren sollte. Wir alle hier im Südwesten erlebten ein gigantisches Konzert und es hatte gefunkt. Musikerfreundschaft aller erster Güte entwickelte sich.

 

Keine Haare mehr...  ohne Bass und ohne Haare, City in den 80ern

 

Ich zeigte Toni, Fritz, Manne und Klaus den Taubergiessen als letzten Urwald Europas, begleitet von einem der schönsten Dialekte unserer Zeit (Ruster Badisch). Man verabschiedete sich mit dem Versprechen, sich bald wieder zu sehen. Es folgte der private Gegenbesuch in Berlin ohne Staatsstempel mit Zwangsumtausch und allem was damals dazu gehörte. Bürger Holtfoth meldete sich artig auf dem Posten der Volkspolizei. Nie, aber wirklich nie werde ich den Besuch in der Müggelseeperle vergessen. Was waren das noch? 10 Personen, essen was der Koch (nicht die Speisekarte) hergab, das damals fantastische Bier in Massen, dann noch einen Nachtisch und das ganze für 30 Mark Ost. Puh waren das Zeiten.

 

Unsere Beziehung sollte sich weiter entwickeln. Es folgten Cleopha Konzerte im Badner Land. Ich weiß heute nicht mehr wie viele es wahren bis zum heutigen Tage. Nachdem sich in der damaligen Zeit hier in den alten Ländern niemand um die Band kümmern wollte, war ich plötzlich das offizielle Büro West und alle Gastspielverträge mit der Künstleragentur der DDR gingen über meinen Schreibtisch. Es gab eine kleine Tournee die heute unbedeutend irgendwo in der Erinnerung verschwinden würde, wären da nicht die Umstände und Vertragspartner gewesen. Die evangelische Soldatenseelsorge war bereit Konzerte mit City in West Kasernen zu organisieren. Man muss sich das einfach in Erinnerung holen. Ein musikalischer Botschafter des damaligen Staatsfeindes Ost konzertierte in den Militärkasernen des damaligen Staatsfeindes West. Es war ende 88 und die Einheit in weiter, weiter Ferne eher immer noch nur ein schöner Traum.

 

Stellt euch bitte in blühendster Fantasie dieses markante Bild vor: Oben auf der Bühne City, unten die Jungs in oliv mit ihren Flens Fläschchen. Unvorstellbar grausig und skurril, zumal damals wirklich nur männliche Soldaten in den Kasernen waren. Ich hab Toni um seinen Job damals nicht beneidet. Sag, wo die Soldaten sind und unten die Meute gröhlend "HIER !!" ....Pete Seeger hätte sich im Grab umgedreht. Jeder Musiker verdrängt solche Erlebnisse nur zu gerne. Aber man war jung, wollte überleben, vor allem als Band. Heute lächel ich wenn ich diese Zeilen schreibe, denn wenn man es richtig betrachtet, begann in diesen Tagen das Eis zu tauen.

 

In den unruhigen Tagen des Wechsels, die Mauer war gerade gefallen, lud ich Toni spontan ein, als unangekündigter Ehrengast mit uns in badischen Teningen in ausverkaufter Halle eine Fete zu feiern. Solo und unplugged würden wir heute sagen. 3.000 Fans dankten es ihm mit einer Gänsehautatmosphäre: so wird man "Am Fenster" nie wieder hören können und wir haben es leider nicht mitgeschnitten. Dann noch das legendäre und in den wirren Tagen immer noch gefährliche "So winkt man wenn der Zug abfährt" als Abschiedslied für den Bürger Erich Honecker. 

 

Danke für dieses Lied - diese Magie 

 

Und da war dann noch "Am Fenster"... dieses Lied, diese Magie, mit dem oder der alles begann. Ich ließ es damals Paus Samson hören jenen begnadeten Gitarristen und Gründer der new wave of brittish heavy metal. Sounds great, sagte er lächelnd zu mir und ich bat ihn, es neu zu arrangieren, wollte den Song unbedingt wiederbeleben und einem neuen Publikum zugänglich machen. Es sollte keine billige Cover Version sein. Ich war glücklich, dass ich lange vor Scooter das ok bekam, den Song aufzunehmen. Ein Traum wurde Realität.

 

Paul starb viel zu früh an Krebs. Ich hätte zu gerne mit ihm und allen zusammen dieses Werk gemeinsam auf einer Bühne präsentiert. In diesem Zusammenhang bleibt auch bei mir eine Umarmung und ein langes Gespräch mit Tamara in Erinnerung. Eine Begegnung für die ich bis zum heutigen Tage dankbar bin und die es nie gegeben hätte ohne Fritz, Toni, Manne und Klaus. Nun werdet ihr also euren 35. Geburtstag als Band feiern. Ich danke Euch für Eure Freundschaft bis zum heutigen Tag. Nichts gibt es da was es zu bereuen gäbe Ein einziger Grund ein großes, großes Fest zu feiern.

 

Ich freue mich auf den Tag, Euch wieder in den Arm nehmen und begrüßen zu können. Alles Gute und weiterhin viel Erfolg, Ihr habt ihn Euch mehr als redlich verdient und erarbeitet.

 

 

Böhlen, 12. September 2006, Walter Holtfoth

Für mich auch eine Erinnerung an Klaus Selmke, der uns von irgendeiner Wolke aus immer begleiten wird