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Friesenheims Winzer - Rekordlese in Sachen Tempo

der bestätigte Vorstand der Winzergenossenschaft Friesenheim

freisenheims winzer hatten auch 2025 alle hände voll zu tun

Wetterkapriolen, insbesondere der dauerregen im september, machten probleme

von Walter Holtfoth, Text & Bilder 

 

Rekordlese in Sachen Tempo

 

Richard Kopf begrüßte zur diesjährigen Hauptversammlung der Winzergenossenschaft Friesenheim die Weinbauern der Gemeinde am Freitagabend.

 

Rücklick auf 2025 

 

Der Vorsitzende berichtete in seinen Ausführungen von Arbeit und Ergebnissen des Jahrgangs 2025. Obwohl die Reben im vergangenen Jahr vom Frost verschont blieben, sprach Kopf von keinem großen Jahrgang. Insbesondere die Regenmengen in der zweiten Jahreshälfte erwiesen sich mit 537 Litern als Problem. Ausgerechnet der September machte mit 154 Litern und oftmaligem Dauerregen  im Lesemonat zu schaffen. Wenn Richard Kopf von einem Rekord spricht, dann lediglich von der Geschwindigkeit mit denen Winzer und Helfer arbeiten mussten. „Wir mussten in purer Hektik und mit viel Stress in 14 Tagen reinholen wofür wir sonst drei bis vier Wochen zur Verfügung haben,“ so Kopf. „Im Vorfeld waren die Reben aufgrund der warmen Temperaturen im Mai und der darauf folgenden abrupten Abkühlung einem großen Stress ausgesetzt gewesen, Chlorose zeigte sich und viele Reben wurden gelb in einem Ausmaß, wie es noch nie beobachtet werden konnte.“

 

Zufriedenheid mit den Öchslegraden 

 

Überraschend gut sei dann der Öchslegehalt der Friesenheimer Hauptrebsorten gewesen. Müller – Thurgau, Spätburgunder, Grau- und Weißburgunder wurden allesamt mit 88 Öchslegraden im Durschnitt gemessen.  Kellermeisterin Eva Schilling spräche von einem Hervorragenden Jahrgang 2025, der sich vor allem durch seine Fruchtigkeit hervorhebe. Ganz vorne hierbei der Weißburgunder.

 

Die WG im Hier und Jetzt

 

Die Winzergenossenschaft Friesenheim bewirtschaftet aktuell mit 38 Winzern, unter ihnen vier Jungwinzer, ca. 140 Hektar Reben. Die Weine würden durch die Ortenauer Weinkellerei OWK über die EDEKA erfolgreich vertrieben.

 

Im Rechenschaftsbericht über die Finanzen musste Karin Stuber als Buchhalterin einen Bilanzverlust von knapp 5.300 Euro verkünden. Richard Kopf betonte hierzu, dass in den guten Jahren gut gewirtschaftet wurde und nun eben aus dem Gesamtvermöge etwas zugeführt werden kann, ohne Probleme zu bereiten. Geringere Einnahmen und Kosten wie Beiträgen hätten zum negativen Ergebnis geführt.

 

Richard Kopf und sein Unmut 

 

Abweichend von seinem Konzept ging Richard Kopf auf die Situation der Landwirte und Winzer im Generellen ein. Insbesondere der von der großen Politik versprochene Bürokratieabbau sei bisher ausgeblieben, neue  Vorschriften zur Dokumentation seien hinzugekommen. Der Vorsitzende machte seinem Unmut Luft:  „ Große Versprechungen und nichts davon kommt, alles wird noch schlimmer, wem sollen wir denn dann noch glauben oder gar vertrauen?“  

 

Bürokratie auch Weide ein Dorn im Auge 

 

Bürgermeister Erik Weide zeigte in seinem Grußwort für die Forderungen Verständnis und ging, neben viel Lob für den Friesenheimer Weinbau, auf die Probleme aus EU-, Bundes-, und Landespolitik ein. „Immer wieder sind neue Bürokratiemonster im Gespräch und niemand weiß, wohin das noch alles führen soll,“ so Weide.

 

In den anstehenden Wahlen wurde der bisherige Vorstand bestätigt. Richard Kopf gab bekannt, dass er nur noch für eine Übergangszeit als Vorsitzender zur Verfügung stehe, er hoffe, dass ein Jungwinzer mit neuem Elan und frischen Ideen dann sein Nachfolger werde.

 

Die Wahlergebnisse:

Vorstand  Richard Kopf

Stellvertreter Markus Fellmeth

 

Als Aufsichtsrat wurden Benjamin Hertweck und Andreas Eisenbeis bestätigt.