schutterns kinder schmücken den osterbrunnen
Wenn der Abt mit dem bagger durchs dorf schwebt
von Walter Holtfoth, Text & Bildergalerie
Auch dieses Jahr war es den Kindern der beiden ersten und zweiten Klassen der Grundschule vorbehalten, den Osterbrunnen auf dem neu gestalteten Lindenplatz zu schmücken.
Eine liebgewonnene Tradition, die von den ehemaligen Ortsvorstehern Josef Blattmann und Hans - Jürgen Kopf ins Leben gerufen wurde.
Zu dieser Tradition gehört auch dass Abt Jakobus Vogler, der übers Jahr in Klosternähe schlummert für die Osterzeit zu neuem Leben erweckt wird. Der von Friedhelm Müller geschaffene Abt erhielt einen neuen Anstrich und erstrahlt in einem, für die Benediktiner Mönche strahlenden schwarzen Gewandt.
Mit einem großen Bagger wurde die Figur durch die Hauptstraße chauffiert. Vogler verfügte Ende des 17. Jahrhunderts, das den Kindern Schutterns zu Ostern Eier geschenkt werden. In einem Dekret in dessen Tagebuch vom 16. April 1691 ist zu lesen:
„Den hiesigen Kindern gebe ich zu Ostern im Garten versteckte Eier.“
Gefunden wurde das Tagebuch beim Badischen Landesarchiv in Karlsruhe, dort hatte sich der Historische Verein Schuttern den Auszug besorgt. Es ist ein Gerücht, dass Vogler damit den Brauch des Eierversteckens erfunden hat. Ein Gerücht, das sich hartnäckig bis in die heutige Zeit hält.
Der alte Brauch des Osterbrunnen schmücken wurde von Josef Blattmann gepflegt. Nach dessen Tod schlief die Pflege des Brauches am Lindenplatz ein. Vor sechs Jahren besann sich Hans-Jürgen Kopf auf den Auszug des Tagebuches samt Blattmanns Tradition und er startete die Initiative, den Ortsbrunnen erneut zu schmücken. Österlich wird er fortan wieder gestaltet.
Zunächst war es der bunte Blumenschmuck der versehen wurde mit kleinen Hasen und zirka 30 Zentimeter großen Figuren, die allerdings im Blumenmeer untergingen. Im Februar 2017 machte sich dann der Friesenheimer Künstler Friedhelm Müller mit der Kunst-AG, unter Mitwirkung von Wolfgang Schätzle, ans Werk. Das Ergebnis, der lebensgroße Abt als Kunstwerk, kann seither immer in der Osterzeit bewundert werden.
Am frühen Freitag Morgen war es dann so weit, 35 Kinder kamen im Gänsemarsch über die Prinzenstraße zum Lindenplatz.
Nicht alle Kinder sind auf den Fotos zu sehen. Fünf von ihnen wurde eine Teilnahme gemäß dem Widerspruch der Eltern laut Datenschutzverordnung am Fototermin untersagt.
Alle hatten auf jeden Fall einen großen Spaß beim schmücken. Als Dank gab es, überreicht von Ortsvorsteher Jürgen Silberer, Süßigkeiten und ein Getränk, gesponsort von der Ortsverwaltung Schuttern.











































