Buch oder Blog Serie - euer Tipp ? mehr im Beitrag

Eine Frage, eine Bitte, habe ich an Euch alle da draußen,

helft mir Bitte die richtige Entscheidung zu treffen. 

 

Ihr seid ja irgendwie ein Teil meines Lebens, ein Bestandteil dieser Geschichte auf alle Fälle ...

 

Ich habe, zehn Jahre nach meinem Herzinfarkt in diesem Dezember einen sehr runden Geburtstag, freue mich immer noch wie ein kleines Kind drauf. Das ich zurück ins Leben und auf die Bühnen durfte, macht mich wirklich mit viel Demut, sehr sehr glücklich. Auch das nächstes Jahr unser alles Projekt und Elexier 40 Jahre alt werden kann erfüllt mich mit Stolz und Dankbarkeit.

 

Ich spüre jetzt bei mancher Gelassenheit in mir selbst, dass es wirklich an der Zeit ist, vieles von dem was ich erleben durfte, festzuhalten.

 

Meine Frage an Euch an dieser Stelle: Buch oder Blogbeiträge in fester Serie.. Bei einem Gedankenaustausch mit Franzi "Was machst Du denn die ganze Zeit?"  " Ich schreibe, Schatz, schreib mein Leben auf," kam genau die Frage. Willst Du wirklich ein Buch schreiben ? wer würde es denn kaufen? ist es nicht besser, Du lässt alle ungezwungen teilhaben?  " 

 

Wir sind bald 11 Jahre verheiratet und in dieser Zeit hab ich gelernt, hör auf sie den sie hat immer ( meistens ) 100% Recht. 

 

also was wäre Euer Rat - wollt ihr ein teures Buch in Euren Händen halten oder einfach gerne hier im Blog scrollen.. 

auf eure Antwort freue ich mich und ich werde Eure Tipps gerne mit in meine Entscheidung aufnehmen. 

 

Ich schreibe seit Tagen wie verrückt und erlebe während dessen, dass viele Anektoden plötzich um die Ecke kommen und erzählt werden wollen. Ich wei auch, was für den Einen oder mich ganz ganz wichtig ist, ist für den anderen Nonsens oder uninteressant. Bei der Erzählung kann dieses Verhältnis dann auch wieder komplett kippen. 

 

Hier eine Episode als Beispiel, damit Ihr euch ein Bild machen könnt. Und keine Sorge, ich gehe schon offen, ehrlich und auch schonungslos mit mir ins Gericht. 

 

 

 

 

 

 

Buch oder blog? 

 

Der Geruch von Freiheit und Schmierwurst

 

Es gibt Momente, in denen die Zeit stillsteht, obwohl die Welt um einen herum vor Energie vibriert. Einer dieser Momente war in einer engen, leicht muffigen Garderobe in der Kehler Stadthalle. Vor der Bühne wartete ein Publikum, das nach Freiheit dürstete, und hier drinnen saß ich mit Tamara Danz, der unangefochtenen Stimme des Ostrocks. Wir schmierten Stullen. Ganz profan. Butter, Wurst, Brot.

 

In diesem Augenblick war sie nicht die Ikone von Silly, und ich war nicht der Veranstalter mit dem Zeitplan im Nacken. Wir waren zwei Menschen, verbunden durch die Gewissheit, dass Musik die einzige Sprache ist, die keine Mauern kennt.

 

Ich sehe Gesichter

 

Wenn ich heute, nach über 50 Jahren als kultureller Einzelkämpfer, zurückblicke, dann sehe ich kein Archiv voller Verträge oder Setlisten. Ich sehe Gesichter.

 

Ich sehe das sanfte, aber unbeugsame Lächeln von Joan Baez, der ich zweimal so nah kommen durfte, dass ich den Geist von Woodstock förmlich atmen konnte. Ich höre die mahnende, kluge Stimme von Franz Alt, der mir beibrachte, dass Journalismus immer auch Haltung bedeutet.

 

Und dann ist da dieser tiefe, dröhnende Akkord meiner Freundschaft zu Paul Samson. Eine Männerfreundschaft, die im Metal geschmiedet wurde, aber im Privaten ihre wahre Resonanz fand – bis hin zu unserer gemeinsamen Arbeit an „Tanz den Tanz“.

 

Meine Reise führte mich von den rauen Clubs der New Wave of British Heavy Metal bis zu den poetischen Welten eines Pippo Pollina. Ich habe mit Legenden wie Saga, Nazareth und The Sweet am Abgrund der Bühne gestanden und mit Mitch Ryder den Blues gespürt.

 

Man hat mich oft gefragt, wie man das überlebt – 50 Jahre lang, oft gegen den Strom, immer mit dem Risiko im Gepäck. Die Antwort ist einfach: Ich habe nie nur Konzerte veranstaltet. Ich habe Augenblicke gesammelt.

 

Und es ist Zeit, diese Sammlung zu öffnen.

 

Paul Samson - unvergessen - Rock in Peace - Ich freu mich auf unser Wiedersehen. 

 

„Paul war für die Welt der Kopf von Samson, ein Pionier der New Wave of British Heavy Metal. Für mich war er der Mann, der plötzlich mit seinem alten Volvo in meiner Einfahrt in Grafenhausen stand und mit einem trockenen Grinsen verkündete: ‚Walter, let’s go out for Spargel.‘

Ich sehe uns heute noch in diesem gediegenen Speiselokal am Kaiserstuhl sitzen. Die Luft war erfüllt vom Duft edler Weißweine und bürgerlicher Etikette. Die Bedienung schaute auf unsere langen Mähnen, auf das Leder, auf die Aura des Unangepassten – und verfrachtete uns kurzerhand ins leere Nebenzimmer. Wir passten nicht ins Dekor. Wir waren die Störfaktoren im badischen Idyll. Wir saßen dort wie zwei ungezogene Jungs, die man in die Ecke gestellt hatte, und genossen den besten Spargel unseres Lebens.

In London war es umgekehrt. Als er merkte, dass die traditionelle englische Küche seiner Frau Jane – Gott hab sie selig – meinen badischen Gaumen eher ratlos zurückließ, entführte er mich kurzerhand zum Inder.

 

Paul war kein Star, der bedient werden wollte. Er war ein Freund, der spürte, was man brauchte. Er war dankbar, dass ich in ihm nicht das Denkmal suchte, sondern den Menschen. Dass er später meine CD ‚Tanz den Tanz‘ produzierte, war keine geschäftliche Entscheidung. Es war die Fortsetzung eines Gesprächs, das wir zwischen London und dem Kaiserstuhl begonnen hatten.“