Post von Sarah: Warum mich ein „Scammer“ zurück ins Ruster Cleopha-Zelt katapultierte
Von Walter Holtfoth Foto Universal Music
Ich erhalte derzeit sehr viele neue Freundschaftsanfragen bei Facebook. Eine tolle Sache, die mich natürlich sehr freut. Jetzt gehöre ich aber zu denjenigen, die erst einmal zurückfragen und einen Realitätscheck vornehmen.
Gestern Abend bekomme ich doch tatsächlich eine Anfrage von Sarah Connor. Profilcheck sagt mir: Hunderttausende Follower. Und ausgerechnet ich bekomme ein direktes Chatangebot in meinem Messenger. Der Chatverlauf sah original so aus:
Ich: „Hallole und danke für Deine Anfrage, jessas, jetzt bin ich aber überrascht, wie komm ich denn zu dieser Ehre?“
„Sarah“: „Hallo meine Lieben. Ich weiß eure Liebe und Unterstützung für meine Karriere wirklich sehr zu schätzen. Deshalb habe ich diesen privaten Account erstellt, um mich bei all meinen Fans und Unterstützern zu melden. Wie geht es dir heute, Liebes? Ich freue mich sehr, dass du ein Fan von mir bist.“
Ich: „Guten Morgen liebe Sarah, hast Du Dich gut von Deinem Tourstress erholt?“
„Sarah“: „Guten Morgen, ja, das habe ich. Vielen Dank für Ihre Fürsorge. Woher kommst du denn, Walter?“
Ich: „Ich lebe in Friesenheim im Badischen, unweit von Rust. Da sind wir uns auch schon ohne große Show begegnet...“
Dann kam überraschenderweise nichts mehr. Mein Hinweis auf Rust hat mein Gegenüber sicher ins Grübeln gebracht – und mich mitten hinein in eine Geschichte, die raus muss.
Rückblende: Handtaschen-Alarm beim Tennisclub
Wir schreiben die frühen 90er Jahre. Ort des Geschehens: Das legendäre Ruster Straßenfest. Wir wissen alle, was wir da gemeinsam abgerissen haben. Ab einer bestimmten Uhrzeit war im Dorf nirgends mehr was los – nur beim Cleopha-Zelt am Tennisclub traf sich alles, was Beine und Lust auf Classic Rock hatte.
Teil meiner Ruster Geschichte ist, dass ich in meinem winzigen DJ-Zelt plötzlich Besuch von einer Clique junger Frauen bekam, die nicht wirklich in mein damaliges Fanbild passen wollten. Ruckzuck hatte ich die wohl wertvollste Handtaschen-Sammlung der Ortenau hinter meinem Pult liegen. Ich werde den Blick nicht vergessen: „Kannst du da kurz drauf aufpassen?“
Wenn Status Quo auf Pop-Adel trifft
Zu Status Quos „Whatever You Want“ und „Rockin' All Over The World“ ging dann die Post ab. Am Zeltrand stand ein Mann, der die Szenerie äußerst konzentriert beobachtete: Marc Terenzi, seinerzeit maßgeblich im Europa-Park für die Horror Nights verantwortlich.
Nach „Radar Love“ war die Überraschung dann wieder vorbei. Kurz, aber unvergesslich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Sarah heute noch daran erinnert. Fragen würde ich sie allerdings gerne, denn der Bezug zu Terenzi, dem Park und eben dieses wilde Abtanzen von ihr und ihren Freundinnen gäbe schon einen Grund, auch in ihren Erinnerungen einen Platz behalten zu haben.
Wer weiß, vielleicht erreicht sie ja dieser Beitrag auf irgendwelchen Wegen des World Wide Web. Ich sag schon mal Danke für diesen Kick zurück – wer auch immer mich da gestern zu scamen versucht hat!
An Sarah: " Ich bin tatsächlich ein Beobachter Deiner Lebensleistung, vor der ich größten Respekt habe,"
Hier ein paar Tipps sollte man auch versuchen Dich zu Scammen. ( Neulich hat es auch Vince Griffo versucht :-) )
⚠️ Walters kleiner „Realitätscheck“: So erkennt ihr die Fake-Sarahs
Weil ich gerade sehe, wie viele dieser Anfragen im Umlauf sind, hier meine drei goldenen Regeln, bevor ihr im Messenger auf „Antworten“ klickt:
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Das „Liebes“-Alarmsignal: Wenn ein Weltstar, den ihr nicht persönlich kennt, euch plötzlich mit „Liebes“, „Schatz“ oder „mein lieber Fan“ anschreibt, ist das kein Zeichen von Zuneigung, sondern ein Übersetzungsprogramm aus Fernost.
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Der Profil-Check: Ein echter Promi hat einen „blauen Haken“ (Verifizierung). Schaut euch die Seite genau an. Hunderttausend Follower kann man kaufen – aber schaut mal in die Chronik: Wenn da nur drei Fotos drin sind, die alle gestern hochgeladen wurden, ist es eine Falle.
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Die Insider-Falle: Macht es wie ich – fragt nach Details, die nur jemand aus der Region oder aus der echten Vergangenheit wissen kann. Wenn dann Funkstille herrscht, wisst ihr: Der Bot hat Sendepause!
Passt auf eure Daten auf und lasst euch nicht einwickeln. Echte Rock'n'Roll-Erinnerungen gibt’s nur hier – und nicht in dubiosen Chat-Angeboten! 🤘🚫📱
