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Katzenschutz - die Chance war da, schade ...

Chance gehabt, Chance verpasst: Der Friesenheimer Katzen-Blues

 

Ein Kommentar von Walter Holtfoth Foto: Tierheim Lahr 

 

Manchmal fragt man sich schon, in welchem Film man eigentlich sitzt. Da tagt der Friesenheimer Gemeinderat über eine Katzenschutzverordnung, und während draußen die Realität in Form von trächtigen Streunern und genervten Anwohnern an die Tür klopft, flüchtet man sich drinnen in die Welt der „milden Maßnahmen“.

 

Das "überraschte"  Ordnungsamt

 

Es wirkt schon seltsam, wenn das Ordnungsamt behauptet, von den Brennpunkten in Oberweier oder Schuttern zum ersten Mal zu hören. Da bringen Bürger Unterschriftenlisten mit, berichten von Urin-Gestank an Kinderwagen und massiven Problemen in der Bahnhofstraße – und in der Verwaltung will man von nichts gewusst haben? Wer hier wen nicht hört, ist die Frage. Aber Hauptsache, man hat laut Bürgermeister Weide „keine Leute und kein Potenzial“ für die Umsetzung einer Verordnung.

 

Rechtliche Unsicherheit als Schutzschild?

 

Die angeführte „rechtliche Unsicherheit“ wirkt wie ein bequemes Schutzschild. Während andere Kommunen längst zeigen, dass Katzenschutzverordnungen rechtssicher funktionieren und sich finanziell sogar amortisieren, malt man in Friesenheim den Teufel an die Wand. Man will erst eingreifen, wenn die Population schon explodiert ist. Das ist so, als würde man die Feuerwehr erst rufen, wenn das Haus lichterloh brennt, weil man vorher „mildere Löschmittel“ wie eine Blumenspritze ausprobiert hat.

 

Ein Pflaster für einen Beinbruch

 

Statt Nägel mit Köpfen zu machen, setzt die Mehrheit des Rats nun auf „Sensibilisierungskampagnen“. Dass genau dieses Modell in Lahr und Mannheim bereits krachend gescheitert ist – geschenkt. Experten wie Martin Spirgatis vom Tierheim Lahr wissen jetzt schon: Die erste Stufe wird scheitern. Es ist nur verdammt schade für jedes Tier und jeden Wurf, der bis zu dieser Einsicht noch unter die Räder kommt. Allein diese Woche landeten wieder zwei trächtige Katzen aus der Bahnhofstraße im Tierheim.

 

 

🐾 Auf den Rat warten? Wir machen’s einfach selbst!

 

Die Politik hat sich gegen die Verordnung entschieden – okay, das ist die eine Seite. Aber wer sagt eigentlich, dass wir in Friesenheim ein Gesetz brauchen, um das Richtige zu tun? Wenn das Rathaus auf Freiwilligkeit setzt, dann zeigen wir ihnen jetzt mal, wie viel Verantwortung in uns steckt!

 

An alle Katzeneltern in Friesenheim:

 

Wartet nicht auf ein Bußgeldschreiben, das vielleicht nie kommt. Tut es für eure Samtpfoten und für die Wildkatzen in unseren Wäldern.

 

  • Registrieren & Kennzeichnen: Ein Chip ist das Rückticket für dein Tier. Nur jede zehnte Katze im Tierheim wird aktuell abgeholt – bei Hunden sind es neun von zehn!

     

  • Kastrieren: Wer sein Tier liebt, erspart ihm Stress und das Elend von ungewolltem Nachwuchs.

     

  • Zuschuss nutzen: Wenn die Gemeinde schon bis zu 40 Euro pro Tier dazugibt, dann nutzt dieses Angebot und macht den Topf leer!

     

 

Wir brauchen kein Gesetz für den gesunden Menschenverstand. Für die Samtpfoten. Für Friesenheim!