Cleopha - Freiburger Liebesgeschichte mit Hindernissen

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Vom Schifferklavier-Fluch zum Kornhaus-Triumph: Eine Freiburger Liebesgeschichte mit DB-Hindernissen 🎶🚂

Ein Blick zurück und nach vorn von Walter Holtfoth

 

Leute, ich habe es hinter mir. Und was soll ich sagen? Ende gut, alles genial! Am Samstag feierte ich meine Cleopha Classic Rock Premiere in der Musik Bar Freiburg, direkt neben dem Münster im historischen Kornhaus. Es war tatsächlich das allererste Mal, dass mich meine musikalische Arbeit in meine Geburts- und Heimatstadt rief.

 

Als ich im Club ankam, musste ich unwillkürlich an ein Ereignis von vor vielen, vielen Jahren denken. Damals zog es mich schon mal mit großem musikalischem Wunschdenken in die Breisgau-Metropole.

 

Mein verrückter Plan: Straßenmusik auf der Kaiser-Joseph-Straße! Das Problem: Ich besaß zwar ein Hohner-Akkordeon, beherrschte das Schifferklavier aber mehr schlecht als recht. Mein naiver Gedanke damals: „Ach, in der Hektik der Kajo merkt das eh keiner.“ Also zog ich los, das schwere Teil auf dem Buckel, schnurstracks in Richtung Fußgängerzone. Doch kaum angekommen, platzte die Illusion. Von überall her tönte Musik – aber verdammt gut performte Musik aller Stilrichtungen.

 

Die Menschen verweilten, träumten, applaudierten. Mir wurde schlagartig klar: „Walter, hier spielst du heute ganz sicher nicht.“ Ohne einen einzigen Ton von mir gegeben zu haben, zog ich unverrichteter Dinge wieder gen Heimat. Weil ich stumm blieb, musste ich mich wenigstens nicht schämen!

Das Abenteuer beginnt: „BW bewegt“ – oder auch nicht

Schnitt ins Jahr 2026, zurück zum vergangenen Samstag. Diesmal sollte es professionell werden. Um den betagten Familien-Omega zu schonen und ganz entspannt anzukommen, entschied ich mich für den Zug. Ein fataler Fehler, wie sich zeigen sollte.

Der Start am Friesenheimer Bahnhof glich sofort einem sportlichen Hindernislauf. Kollektives Bahnsteig-Wechseln unter den Fahrgästen – keiner wusste, wo die Regionalbahn einfährt. In weiter Ferne stand sie, bewegte sich aber erst, nachdem gefühlt vier oder fünf Güterzüge an uns vorbeigerauscht waren. Die freundliche Blechstimme aus dem Lautsprecher schredderte eine Verspätungs-Lüge nach der anderen runter. Angeblich war ein vorausfahrender Zug schuld, den wir aber nirgends entdecken konnten.

 

Als das Zügle mit der ironischen Aufschrift „BW bewegt“ endlich einrollte, die nächste Überraschung: Die Waggons waren vollgestopft wie eine Ölsardinendose. Ich hatte zwar stolz sechs Euro Aufpreis für die 1. Klasse bezahlt, aber an ein Durchkommen war überhaupt nicht zu denken. Vollbepackt mit Laptop und dem schweren Koffer inklusive Mischpult stand ich im Gang. Erst in Lahr machten die Passagiere Platz. Meine Rettung!

 

Ich ergatterte einen Sitzplatz neben einer älteren Dame, die mir in herrlichstem Basler Dialekt ihr Leid klagte: Die Fahrt sei schon seit Baden-Baden eine absolute Katastrophe. Ein Blick auf die Uhr verhieß nichts Gutes, während auf meinem Handy die WhatsApp-Nachrichten aus dem Freiburger Club immer sehnsüchtiger wurden. Ein Schaffner ließ sich übrigens die ganze Fahrt über nicht blicken – und ich sage euch: Der hat verdammt Glück gehabt!

Das Wunder vom Münsterplatz

In Freiburg angekommen, folgte der bekannte, beschwerliche Weg von Gleis 8 zum Taxistand. Treppe rauf, Treppe runter, kurze Pause zum Durchschnaufen. Doch ab da wendete sich das Blatt. Ein tiefenentspannter, freundlicher Taxifahrer lotste mich direkt auf den Münsterplatz.

 

Und der Rest? Der Rest ist die Geschichte einer meiner absolut genialsten Nächte. Ich hatte mir selbst und niemandem sonst im Vorfeld etwas versprochen – und konnte am Ende mehr als alles halten.

 

Was für großartige, tolle Menschen durfte ich in meiner Geburtsstadt treffen! Freiburg, es war mir ein Fest. Und das Hohner-Akkordeon durfte diesmal getrost zu Hause bleiben. Diesesmal sind die Freiburger bei mir stehen geblieben, haben getanzt, geträumt und mega mäßig die Nacht den Club, das Leben und sich selbst singend gefeiert - Tausend Dank dafür ! 

 

Habt ihr am Wochenende auch die Freuden des Schienenverkehrs genossen oder durftet ihr im Kornhaus mitfeiern? Schreibt es mir in die Kommentare! 🕵️‍♂️ Synthesizer-Sounds statt Schifferklavier! 🤘🎹🚖