Spatenstich in der Kronenstraße: Der Blick hinter die Kulissen der 13-jährigen Chronik
Von Walter Holtfoth Text & Bilder
Es ist ohne Zweifel eine der besten Nachrichten für Friesenheim in diesem Frühjahr: Am Ortseingang Nord tut sich endlich was. Mit dem offiziellen Spatenstich auf dem ehemaligen Steinke-Areal ist der Startschuss für 24 dringend benötigte, mietpreisgebundene Wohnungen gefallen. Dass hier bezahlbarer Wohnraum für Familien und Senioren entsteht, der auf 40 Jahre gedeckelt ist, ist ein echter Gewinn für unsere Gemeinde.
Während die offiziellen Reden beim Festakt den Blick naturgemäß nach vorne richteten, lohnt sich zum Baustart ein exklusiver Blick in die Chronik dieses Geländes. Denn der Weg bis zu diesem Spatenstich war ein echter kommunaler Marathon.
Das 13-jährige Grundstücks-Karussell
Beim Spatenstich wurde gelobt, wie schnell und reibungslos die Genehmigungen zuletzt über den Tisch gegangen sind. Das stimmt – für die finale Phase. Schaut man jedoch etwas weiter zurück, offenbart sich eine bemerkenswerte Geschichte von langem Atem und ständigen Eigentümerwechseln.
Ganze 13 Jahre ist es her, seit das ehemalige Tankstellengelände, das über Jahre hinweg das erste Willkommensbild von Friesenheim prägte, das erste Mal verkauft wurde. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt, wie oft das Areal seitdem die Hand gewechselt hat:
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2012: Von der Familie Steinke durch das Land geerbt.
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2017: Von einem privaten Investor ersteigert.
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2020: Das hintere Grundstück wird dazugekauft.
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2022: Erneuter Verkauf an eine Eigentümergemeinschaft.
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2025: Schließlich der Erwerb durch die Fair Space 3 GmbH.
Mehr als ein Jahrzehnt lang passierte auf der Fläche im Grunde nichts, während im Hintergrund das Eigentümer-Karussell rotierte. Dass es nun, nachdem mit lokalen Investoren und einer Tochtergesellschaft der Volksbank Lahr finanzstarke und erfahrene Projektpartner an Bord sind, plötzlich im Eiltempo durch die Behörden ging, zeigt: Wenn die richtigen Akteure zusammenkommen, zieht auch die Bürokratie mit.
Gut gefördert ist halb gebaut
Bürgermeister Erik Weide freute sich sichtlich, dass dieses städtebaulich wichtige Projekt die Gemeinde finanziell nicht belastet. Das ist natürlich ein starkes Argument für den kommunalen Haushalt. Ganz zum Nulltarif gibt es den sozialen Wohnungsbau aber natürlich auch hier nicht: Das Projekt wird massiv durch das Landeswohnraumförderprogramm Baden-Württemberg subventioniert. Am Ende sind es also öffentliche Fördergelder – sprich die Steuermittel der Bürger –, die dafür sorgen, dass der Mietpreis bei kalkulierbaren 7,80 Euro pro Quadratmeter gehalten werden kann. Ein Paradebeispiel dafür, wie staatliche Förderung und private Initiative sinnvoll ineinandergreifen können.
Auch dass die Investoren betonen, ihrer Heimatgemeinde etwas zurückgeben zu wollen, ist ein schönes Signal. Gleichzeitig ist es ein erprobtes und funktionierendes Geschäftsmodell: Die Fair Space-Gruppe realisiert exakt diese mietpreisgebundenen Wohnprojekte derzeit auch sehr erfolgreich in Rheinhausen, Kippenheimweiler und Offenburg.
Zusammengefasst:
Unterm Strich bleibt: Es ist gut, dass nach 13 Jahren des Wartens der Schandfleck am Ortseingang endlich verschwindet und Platz für Menschen macht, die auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind. Die Weichen sind gestellt, die Bagger rollen bereits. Wir bleiben für euch am Ball und beobachten, ob der geplante Fertigstellungstermin im Sommer 2027 eingehalten wird.
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