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Stricktes Wasserentnahmeverbot ab sofort

foto aktuell: Kapuzinerbach Mahlberg  Quelle: Landratsamt Ortenaukreis

Von wegen „keine Trockenheit“: Landratsamt erlässt striktes Wasserentnahme-Verbot – Bußgelder bis zu 100.000 Euro!

 

 

Von Walter Holtfoth Quelle Pressinfo Landratsamt OG 

 

Manchmal überholt uns die Realität schneller, als es den Planern und Experten lieb ist. Erinnern wir uns kurz an den Dienstagbend im Schutterner Ortschaftsrat: Da wurde hochemotional über das Projekt „Ufer-Vital“ und die drohende Verschlammung und das mögliche Austrocknen der Schutter debattiert. Auf die besorgten Fragen der Bürger, ob das alte Flussbett im Sommer nicht komplett trockenfalle, wiegelten die Planer ab: Das Beispiel Valencia zeige, dass mitteleuropäische Sommer künftig eher von Unwettern geprägt seien als von reiner Trockenheit.

 

 

Heute, am Freitagmittag, schaut die Welt im Ortenaukreis ganz anders aus. Die Tinte auf meinem Bericht im gedruckten Blatt ist kaum trocken, da flattert die offizielle Pressemitteilung der unteren Wasserbehörde ins Haus. Und die spricht eine unmissverständliche, alarmierende Sprache.

 

Ab sofort gilt: Absolutes Entnahme-Verbot!

 

Wegen der geringen Niederschläge der letzten Wochen sind die Pegel unserer Bäche, Flüsse und Seen auf kritische Werte gesunken. Die Folge: Das Landratsamt verbietet ab sofort den sogenannten „Gemeingebrauch“. Das bedeutet im Klartext: Es darf derzeit kein Wasser aus den Gewässern entnommen werden, um landwirtschaftliche Flächen, Gärten oder Sportplätze zu beregnen.

 

Und das Amt meint es todernst: Wer erwischt wird, wie er mit der Pumpe Wasser für den Rasen abzwackt, dem drohen Bußgelder von bis zu 100.000 Euro!

 

Ein dringender Appell an die Vernunft

 

Als jemand, der die Natur vor unserer Haustür liebt – und da bin ich ganz auf der Wellenlänge unseres Bürgermeisters Erik Weide, der als leidenschaftlicher Angler genau weiß, wie es um unsere Gewässer steht –, kann ich diesen Schritt nur unterstützen. Wenn die Pegel sinken, steigen die Wassertemperaturen dramatisch an. Je wärmer das Wasser, desto weniger Sauerstoff ist darin gelöst.

 

Für unsere Fische und die gesamte Gewässerökologie ist das purer Stress und eine lebensbedrohliche Situation. Die Selbstreinigungskraft der Flüsse lahmt, Algen wuchern, und am Ende droht ein massives Fischsterben direkt vor unserer Haustür. Da helfen uns auch die theoretischen Vergleiche der Planer mit Valencia wenig, wenn hier im Ried die Bäche praktisch stillstehen.

 

Haltet euch dran!

 

Einzelne Gewitterschauer, die für die kommenden Tage vorhergesagt sind, mögen den Garten kurz abkühlen – den Pegeln unserer Flüsse helfen sie flächendeckend überhaupt nicht.

 

Deshalb mein dringender Appell im Blog an alle Friesenheimer, Schutterner, Oberweirer, Oberschopfheimer, Heiligenzeller und Lohrer: Lasst die Pumpen aus den Bachläufen draußen! Unsere Schutter und die umliegenden Gräben brauchen gerade jeden einzelnen Tropfen, um diesen Sommer biologisch zu überleben.

 

Die Natur wird es uns danken.

 

Bleibt kritisch – und schützt unsere Heimat!