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Schutterns Wünsche an den Haushalt

30 Jahre ist sie nun schon Mitglied in Schutterns Ortschaftsrat: Michaela Schöpf. In dieser Zeit hat sie viel erlebt und viel bewirkt. Für Ihr Engagement wurde sie mit der goldenen Ehrennadel des Gemeindetagtes Baden - Württemberg ausgezeichnet. Jürgen Silberer und Stellvertreter Roland Mieth überreichten zur Nadel und Urkunde die passenden Blümchen. Glückwunsch Michaela!  

Schutterns Wunschzettel für 2027:

 

Realismus beim Geld – und ordentlich Pfeffer fürs Rathaus beim Katzenschutz!

Von Walter Holtfoth  

 

Wer am Dienstagabend die Ortschaftsratssitzung in Schuttern besuchte, erlebte eine klassische Zweiteilung: Auf der einen Seite diszipliniertes Maßhalten bei den Finanzen, auf der anderen Seite ein emotionaler Paukenschlag unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“. Schuttern schaut genau hin – sowohl auf die Straße als auch auf das, was das Rathaus so treibt. Hier ist der kompakte Überblick über einen Abend, der noch lange nachwirken wird.

Der Haushalt 2027:

 

Bescheidenheit mit einer großen Ausnahme In Zeiten klammer Kassen hat der Ortschaftsrat Schuttern Realismus bewiesen. Die Wunschliste für das kommende Jahr ist kurz und vernünftig. Doch an einer Stelle ging kein Weg an einer dicken Investition vorbei: Absolute Priorität: Der Brandweg muss saniert werden. Satte 200.000 Euro fordert der Ortschaftsrat für die Sanierung.

Und die Zahlen, die Ortsvorsteher Jürgen Silberer präsentierte, sprechen eine klare Sprache:  Im November vergangenen Jahres wurden bei einer Zählung noch knapp 9.700 Fahrzeuge pro Woche registriert. Im Juni mit beginnender Sommersaison dieses Jahres schoss dieser Wert auf über 15.300 Fahrzeuge hoch. Die Straße, die wichtige Neubaugebiete wie „Alter Sportplatz“ und „Ober Rötle I und II“ anbindet, bröckelt an den Rändern massiv weg. Hier herrscht akuter Handlungsbedarf – das sah auch der Ortschaftsrat einstimmig so.

 

Die weiteren Posten für 2027:  

 

Ausfallbürgschaft für die 700-Jahr-Feier (20.000 Euro):

Damit der Historische Verein Schuttern für das große Jubiläum der Stadtrechte im Jahr 2027 finanzielle Sicherheit hat. 

Vesperplatz am Industriegebiet (5.000 Euro): Ein schöner neuer Verweilort am Ortseingang. 

PV-Planungsrate (4.000 Euro): Für Solargewinnung auf der Offohalle, Schule und Kindergarten. Hier sollen sich Profis Gedanken machen.

 

  Der Frust über die „Altlasten“ Wo Licht ist, ist auch Schatten.

 

Drei wichtige Projekte aus dem Haushalt 2025 wurden von der Verwaltung bisher nicht umgesetzt und müssen komplett geschoben werden. Das sorgt im Ort verständlicherweise für mäßige Begeisterung:  Gehwegverbreiterung Schutterbrücke Kruttenau (90.000 Euro): Ein extrem wichtiger Punkt für die Sicherheit unserer Fußgänger. 

Enthärtungsanlage für die Offohalle (30.000 Euro): Das Wasserproblem der Halle wartet weiter auf Lösung. 

Sanierung Dach Vereinsheim-Unterstand (30.000 Euro).

 

 Der Paukenschlag:

 

Wenn „Verschiedenes“ zum Polit-Krimi wird

 

Das eigentliche Highlight des Abends hob sich Ortsvorsteher Jürgen Silberer für den Schluss auf. Unter „Verschiedenes“ brachte er das aktuell im Ort heiß diskutierte Bürgerbegehren zur Katzenschutzverordnung von Desiree Henninger auf den Tisch.

Silberer berichtete, dass ihn Bürger angesprochen hätten, die sich im Nachhinein beschwert und empört gezeigt hätten. Der Vorwurf: Man habe sie bei der Unterschriftensammlung nicht darüber aufgeklärt, was so ein formelles Bürgerbegehren und ein anschließender Bürgerentscheid die Gemeinde kostet (im Raum stehen rund 40.000 Euro).

 

Breitseite gegen das Rathaus

 

Doch anstatt es dabei belassen zu lassen, holte der Ortsvorsteher zu einer direkten Schelte gegen die Friesenheimer Rathausverwaltung aus. Denn laut Silberer schläft die Verwaltung beim Thema Aufklärung seit Monaten!

Seine deutliche Forderung: Die Gemeinde habe es bis heute versäumt, die Tierhalter auf ihre Verantwortung und die Möglichkeit einer freiwilligen Kastration hinzuweisen. "Ich hoffe, dass das in den kommenden Tagen umgesetzt wird."– Ortsvorsteher Jürgen Silberer in Richtung Verwaltung Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...Und siehe da: Manchmal geschehen im Friesenheimer Rathaus noch echte Wunder an Schnelligkeit! Nur wenige Stunden nach Silberers deutlicher Rüge in Schuttern – genauer gesagt am Mittwochmorgen um punkt 9:22 Uhr – flatterte „zufällig“ eine ausführliche Pressemitteilung der Gemeinde in die Redaktionspostfächer. Thema:

„Bürgerbegehren und Bürgerentscheid – Gemeinde informiert...“. 

 

Dass der Wortlaut dieser PM Silberers Argumentation vom Vorabend fast 1:1 gleicht, zeigt einmal mehr, wie eng die Drähte zwischen den Räten und der Pressestelle im Hinterzimmer glühen. Ein Schelm, wer diese blitzschnelle "Aufklärungskampagne" für eine gezielte, subtile Einflussnahme hält, um die ungeliebte Unterschriftensammlung im Keim zu ersticken.  Im Endergebnis: Schutterns Ortschaftsrat hat seine Hausaufgaben beim Haushalt gemacht. Jetzt bleibt abzuwarten, ob das Rathaus seine Hausaufgaben beim Tierschutz ebenso geräuschlos erledigt – oder ob wir in Friesenheim bald das erste echte, teure basisdemokratische Kräftemessen auf dem Stimmzettel erleben. Friesenheim Aktuell bleibt für euch am Ball!

bei aller aufregung: das Feschtle Feiern wird nicht vergessen :-)