Wenn ein Vegetationsbrand den Müll ans Tageslicht bringt
von Walter Holtfoth.
Eigentlich besagt das Sprichwort ja, man solle über eine Sache „Gras wachsen lassen“. Am vergangenen Mittwochabend lief die Sache in Heiligenzell allerdings genau umgekehrt: Hier musste erst die Vegetation brennen, um ein unschönes Geheimnis ans Tageslicht zu befördern.
Was war passiert? Auf ihrer abendlichen Gassirunde bemerkte eine aufmerksame Anwohnerin einen Entstehungsbrand und alarmierte geistesgegenwärtig die Rettungskräfte. Die Feuerwehr aus Heiligenzell rückte umgehend aus und hatte die Flammen schnell unter Kontrolle. Gebrannt hatte ein großer Laub- und Strauchhaufen. Ein vermeintlich normaler Grünschnitthaufen in der Landschaft – so sah es zumindest von außen aus.
Plastik statt Grünschnitt
Das böse Erwachen kam am Morgen danach, als der Rauch verzogen war. Die Brandstelle offenbarte, was unter den Zweigen und Blättern mutmaßlich entsorgt und versteckt werden sollte: Zum Vorschein kam ein regelrechter illegaler Müllberg mitten in der Natur. Verschmorte Plastiksäcke, Planen, Flaschen und allerhand undefinierbarer Unrat, der in einem Landschaftsschutz- oder landwirtschaftlichen Gebiet absolut nichts verloren hat.
Ein aufmerksamer Mitbürger hat die Szenerie am Donnerstagmorgen fotografisch dokumentiert und Friesenheim Aktuell zugespielt. Die Bilder sprechen eine deutliche Sprache. Hier hat jemand die sommerliche Trockenheit oder schlichtweg Ignoranz genutzt, um seinen privaten Müll unter dem Deckmantel von Gartenabfällen zu verbergen. Dumm nur, wenn ein Vegetationsbrand die Tarnung im wahrsten Sinne des Wortes wegbrennt.
Gehen die Behörden den einzig richtigen Weg?
Dem Vernehmen nach ist der Eigentümer des Grundstücks – und damit der mutmaßliche Verursacher dieser Umwelt-Schweinerei – im Ort kein Unbekannter. Da auch der zuständige Ortsvorsteher beim Feuerwehreinsatz vor Ort war, bleibt nun zu hoffen, dass die Behörden hier konsequent durchgreifen.
Denn das illegale Ablagern von Gewerbe oder Hausmüll in der freien Landschaft ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine handfeste Umweltstraftat, die empfindliche Bußgelder nach sich zieht. Ganz zu schweigen von den Kosten für den Feuerwehreinsatz, die in solchen Fällen gerne dem Verursacher in Rechnung gestellt werden dürfen.
Friesenheim Aktuell bleibt an der Sache dran und schaut genau hin, ob das Ganze im Sand verläuft – oder ob der Verursacher die verdiente Quittung für seinen "heißen Haufen" bekommt.
