Begegnung am Rande eines Einsatzes

Die Geschichte vom Schornalischt und vom Polizischt.

von  Walter Holtfoth 

Mir war eine Begegnung mit der Staatsgewalt am Dienstag Anlass genug, mein Trauma in einer kleinen Kolumne zu verarbeiten. Die Geschichte ist schnell erzählt, eben bis zum Zusammentreffen der Elemente. Also fang ich von Vorne an.

 

Das Los des Schreibers wenn nichts los ist

 

Wie immer in den späten Vormittagsstunden war ich auf meiner Trainingseinheit mit meinem treuen vierbeinigen Begleiter als mir die Feuerwehr Friesenheim durch Sirenengeheul deutlich machte, da gibt’s eine Story, da passiert was. Endlich, sag ich mir in dieser an Geschehen ausgedörrten Zeit, endlich mal wieder was zu tun und ja, endlich der Erste und Einzige beim Geschehen.

 

Alles was blaue Lichter montiert hatte, wies mir den Weg

 

Mühsam war der Weg zum  Einsatzort, die Orientierung nicht wirklich einfach, kamen Fahrzeuge aus allen Richtungen. Immerhin fuhren sie alle am Salon des Biker Angels vorbei grade aus und dann links in die Luisenstraße. Dort angekommen sah ich noch Rauch und in Ermangelung meiner Nikon musste ich mit dem Handy näher ran als ich eigentlich wollte.

 

Wenns nur so einfach wäre 

 

Ich wusste, jetzt der richtige Moment, der richtige Klick und ich verdiene vielleicht 15 Euro. So sind Noodles und ich auch gleich mittendrin im Geschehen. Keine Absperrung und viele bekannte, befreundete Gesichter bei den Feuerwehrkameraden. Natürlich hab ich drauf geachtet, dass ich niemandem im Weg rum steh und war natürlich wirklich mittendrin, statt nur dabei. Das Ist auch einem jungen Polizeibeamten aufgefallen, der plötzlich straight, also direkt, auf mich zu kam.

 

„Sie gehen jetzt sofort da hintere!“

 

Und dann hab ich wohl meinen Fehler gemacht, in dem ich ihm erklärte, dass ich kein Gaffer sei und er mich sicher nicht an meiner Arbeit behindern wolle. Ähm, ja, das hätte ich lieber gepfiffen, denn sein Ton wurde sehr ernst und mit der ganzen Kraft seiner Autorität kam der Satz: „Ich kenn sie und ich weiß das. Und wenn ich Ihnen sage sie gehen jetzt da hintere, dann gehen sie da hintere.“

 

Tja, was glaubt Ihr was ich gemacht hab? Sorgen, hab ich mir gemacht. Sorgen, wie gestresst dieser junge Beamte gewesen sein muss, wie oft er wohl unliebsame Situationen erleben musste, um auf diese Weise zu reagieren. Um eine Handgreiflichkeit letztendlich zu vermeiden, hab ich mich dann dem Klügeren in mir angeschlossen, der bekanntlich immer nachgibt  und bin dort „hintere“ gedappt. Letztendlich hatte ich meine Bilder im Kasten.

 

Schon die nächste Story im Kopf 

 

Schade ich hatte keine Chance mehr, mich mit dem jungen Polizisten auszutauschen. Gut den Namen hab ich notiert, vielleicht gibt es die Chance, alles nachzuholen. Vor Jahren hätte ich mich der Situation, so glaube ich, anders gestellt. Bin ich froh dass ich älter und weiser geworden bin. Mein Bild hab ich tatsächlich dann doch verkauft bekommen.

 

Des hätt sich rentiert 😊